From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org
(LWI 10-07-2009) Afrikanische lutherische KirchenleiterInnen fordern gerechte Vereinbarungen auf Kop
From
"Dirk-Michael Grötzsch" <dmg@lutheranworld.org>
Date
Thu, 22 Oct 2009 00:09:57 +0200
LWI online unter: www.lutheranworld.org/News/Welcome.DE.html
>LUTHERISCHE WELT-INFORMATION
>Postfach 2100, CH-1211 Genf 2, Schweiz
>Deutsche Redaktion: Dirk-Michael Groetzsch
>Tel.: +41-22-791-6352
>Fax: +41-22-791-6630
>E-Mail: dmg@lutheranworld.org
Afrikanische lutherische KirchenleiterInnen fordern gerechte
Vereinbarungen auf Kopenhagener Klimagipfel
Aufruf zu durchgreifenden Massnahmen angesichts steigender
Bedrohung
Nairobi (Kenia)/Genf, 21. Oktober 2009 (LWI) – Eine Konsultation
des Lutherischen Weltbundes (LWB) zu Klimawandel,
Ernaehrungssicherheit und Armut ist in der kenianischen
Hauptstadt Nairobi mit einem Aufruf an die LWB-Mitgliedskirchen
zu Ende gegangen, ihre Regierungen aufzufordern, sich auf dem
Klimagipfel der Vereinten Nationen im Dezember dieses Jahres in
Kopenhagen (Daenemark) mit Nachdruck fuer gerechte und rechtlich
bindende Vereinbarungen einzusetzen.
VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen in Afrika, diakonischen
Einrichtungen der Kirchen in der Region und Missionspartnern
appellierten an den LWB und die oekumenischen Delegationen, die
an der Konferenz in Kopenhagen teilnehmen werden, angemessene
Ausgleichszahlungen fuer Massnahmen zur Anpassung an den
Klimawandel in Afrika zu fordern.
“Der Klimawandel ist eine Frage der Gerechtigkeit, weil
diejenigen, die ihn nur unwesentlich mit verursacht haben, am
meisten darunter leiden”, betonten die Delegierten in der
Abschlusserklaerung der Konsultation, die das Afrikareferat der
LWB-Abteilung fuer Mission und Entwicklung vom 5. bis 10. Oktober
durchgefuehrt hat.
“Wir… haben Zeugnisse von Menschen gehoert, die direkt vom
Klimawandel betroffen sind. Sie haben uns bestaetigt, dass
Niederschlaege ausbleiben oder sehr unregelmaessig fallen, dass
Fluesse und Felder austrocknen und dass dies zu Ernteausfaellen
fuehrt”, betonten die Teilnehmenden in einer Erklaerung, die auf
eine Reihe von Fragen zur Gefaehrdung des Kontinents durch die
Auswirkungen des Klimawandels einging.
Sie appellierten nachdruecklich an die LWB-Mitgliedskirchen, ihre
Regierungen aufzufordern, die Frage der Ernaehrungssicherheit und
Armut auf ihre Agenda zu setzen und sich all jenen
anzuschliessen, die Gerechtigkeit fuer Menschen fordern, die
durch den Klimawandel gefaehrdet oder marginalisiert werden.
“Ich verstehe [diese Konsultation] als ersten Versuch, die
Menschen ueber das Problem, seine komplexe Vernetzung und Folgen
aufzuklaeren. Ich glaube, dass nach diesem ersten Schritt noch
mehr getan muss”, betonte Pfr. Dr. Modeste Rakoto, Praesident der
Madagassischen Lutherischen Kirche und derzeitiger Vorsitzender
der Lutherischen Gemeinschaft in Zentral- und Ostafrika (LUCCEA).
“Wir haben allgemeine Prinzipien und allgemeine Fristen … aber
als naechstes sollten Schritte unternommen werden, die zu
konkreten Massnahmen fuehren, damit die Menschen mit der
Situation fertig werden koennen”, betonte er in einem Gespraech
mit der Lutherischen Welt-Information (LWI).
Die groesste Herausforderung besteht nach Meinung des
LUCCEA-Vorsitzenden jedoch darin, auf einen Mentalitaetswandel
hinzuarbeiten, damit die Menschen sich der Situation wirklich
stellen koennen.
Der Leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Simbabwe (ELKS), Naison Shava, betonte, die Kirchen in Afrika
muessten genuegend Selbstvertrauen entwickeln, um aktiv gegen die
Herausforderungen des Klimawandels anzugehen.
“In der Kirche hat es bisher die Tendenz gegeben, mit aller Macht
Dokumente zu produzieren und auf Papier Position zu beziehen,
aber wenn es um konkrete Massnahmen ging, waren wir schwach”,
bemerkte Shava. “Diese Tendenz haben wir schon ziemlich lange.
Deshalb sage ich: Wir muessen uns selbstkritische Fragen stellen
und dann zu aktiven Massnahmen uebergehen”, fuegte er hinzu.
“Hasset das Boese und liebet das Gute, richtet das Recht auf im
Tor”, forderte der namibische Bischof Dr. Zephania Kameeta,
LWB-Vizepraesident fuer die Region Afrika, in seinem Hauptreferat
zum Thema “Theologische und ethische Fragen und die oeffentliche
Rolle der Kirche”. Er rief die lutherischen Kirchen auf, “von
‘ambulanten’ Rettungsversuchen zum Frontalangriff gegen
strukturelle Probleme ueberzugehen. Lasst uns voller Mut
prophetische Vorbilder sein, die Gerechtigkeit, nicht
Barmherzigkeit ueben.”
Afrika sei am wenigsten dafuer ausgeruestet, mit den Auswirkungen
des Klimawandels fertig zu werden, stellten die
Konsultationsteilnehmenden in der Abschlusserklaerung fest. Die
Gefaehrdung der Region werde noch dadurch gesteigert, dass die
Nahrungsmittelproduktion hauptsaechlich vom Regenfeldbau
abhaenge. In der Tat warnt die Zwischenstaatliche
Sachverstaendigengruppe ueber Klimaaenderungen davor, dass die
landwirtschaftliche Produktivitaet in Afrika in den naechsten 20
Jahren bis zu 60 Prozent sinken koenne. (583 Woerter)
(Ein Beitrag von LWI-Korrespondent Fredrick Nzwili, Nairobi,
Kenia)
Die Abschlusserklaerung der Regionalkonsultation zum Klimawandel
finden Sie in englischer Sprache im Format PDF auf der
LWB-Webseite unter:
www.lutheranworld.org/LWF_Documents/LWF-2009_Nairobi_Regional_Consultation-EN.pdf
>* * *
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 68,5 Millionen
ChristInnen in 79 Laendern weltweit angehoeren.
Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat
der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen
Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen
in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.
Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als
Informationsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB)
herausgegeben. Veroeffentlichtes Material gibt, falls dies nicht
besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder Meinung des LWB
oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit “LWI”
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.
>Dirk-Michael Groetzsch
>German Editor
>The Lutheran World Federation
>Office for Communication Services
>150, route de Ferney
>P. O. Box 2100
>CH-1211 Geneva 2
>SWITZERLAND
>Telephone +41 22 791 61 11
>Direct Line +41 22 791 63 52
>Telefax +41 22 791 66 30
>E-mail dmg@lutheranworld.org
Browse month . . .
Browse month (sort by Source) . . .
Advanced Search & Browse . . .
WFN Home