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LWB fordert WTO-Handelsbeschluesse zur Ueberwindung der Armut


From "Frank Imhoff" <Frank.Imhoff@elca.org>
Date Thu, 28 Jul 2005 16:40:52 -0500

LWB fordert WTO-Handelsbeschluesse zur Ueberwindung der Armut
Oekumenisches Buendnis verfolgt Tagung des Generalrates der WTO in
Genf

Genf, 27. Juli 2005 (LWI) * Der Generalsekretaer des Lutherischen
Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat die Mitglieder des derzeit
in Genf tagenden Generalrates der Welthandelsorganisation (WTO)
nachdruecklich dazu aufgerufen, Entscheidungen zu treffen, "die der
Welt und der Gesellschaft zur Heilung verhelfen".

Er appellierte an die Mitglieder der WTO, die den Handel zwischen
Laendern und Regionen reguliert, die Anliegen der zahllosen Menschen in
der ganzen Welt zu beruecksichtigen, die unter den negativen
Auswirkungen ungerechter Handelsregelungen leiden. In einem Interview
mit der Lutherischen Welt-Information (LWI) erklaerte Noko, viele dieser
zumeist armen Bevoelkerungsgruppen haetten Loesungen fuer grundlegende
Probleme anzubieten und die WTO solle ihnen Gehoer schenken.

Der WTO-Generalrat diskutiert vom 27. bis 29. Juli die Fortschritte der
so genannten "Doha-Runde", deren Entwicklungsagenda 2001 in Doha
(Katar) aufgestellt wurde. Das WTO-Treffen in Genf dient nun der
Vorbereitung der Ministerkonferenz der Wirtschafts- und Handelsminister,
die im Oktober 2005 in Hongkong stattfinden wird.

Parallel zum Generalrat kommen in Genf soziale Bewegungen und
zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen, um einen "Generalrat
der Voelker" zu bilden, der gegen die WTO-Agenda mobil machen soll.
Angesichts der zunehmenden Liberalisierung des Welthandels treten die
beteiligten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) fuer die Interessen von
Entwicklungslaendern und Menschen in aller Welt wie auch fuer
Umweltbelange ein. Ihr Ziel ist es, die Verhandlungen des Generalrats zu
verfolgen und die WTO-Mitglieder auf diese Weise rechenschaftspflichtig
zu machen.

Grosse Aufmerksamkeit widmet die LWB-Abteilung fuer Weltdienst (AWD)
den Verhandlungen ueber das WTO-Landwirtschaftsabkommen, da insbesondere
in Entwicklungslaendern die Ueberwindung der Armut untrennbar mit der
Landwirtschaft verknuepft ist. Auf der Grundlage seiner "Leitsaetze
fuer eine nachhaltige Entwicklung" tritt der LWB dafuer ein, dass
Bevoelkerungsgruppen, Laender und Voelker ihre Landwirtschafts-,
Arbeits-, Fischerei-, Ernaehrungs- und Landverteilungspolitik selbst
bestimmen und an ihre jeweilige oekologische, soziale,
wirtschaftspolitische und kulturelle Situation anpassen koennen, betonte
Rudelmar Bueno de Faria, AWD-Programmreferent fuer nachhaltige
Entwicklung und Umwelt. "Nahrung ist ein gemeinsames Gut und die WTO
sollte die Landwirtschaft nicht wie eine Ware regulieren", fuegte er
hinzu.

Die KoordinatorInnen des "Generalrates der Voelker", unter ihnen
auch das Globale Oekumenische Aktionsbuendnis, dem der LWB angehoert,
haben Diskussionsforen, Workshops und Plenarveranstaltungen ueber die
aktuelle Handelspolitik geplant. Sie stehen der Oeffentlichkeit offen,
ebenso wie die vom 27. bis 30. Juli stattfindenden musikalischen und
kulturellen Veranstaltungen.

Um das Bewusstsein fuer die WTO-Verhandlungen in der Bevoelkerung zu
staerken, hat das Globale Oekumenische Aktionsbuendnis einen Musterbrief
entworfen, der an HandelsministerInnen und WTO-VertreterInnen gesandt
werden kann. Dieser Brief ruft zu mehr Transparenz bei den
WTO-Verhandlungen und zur Achtung der Menschenrechte in Handelsabkommen
auf. Ferner wird gefordert, armen Laendern die Moeglichkeit zu geben,
Massnahmen zur Unterstuetzung ihrer Kleinbauern/ Kleinbaeuerinnen zu
ergreifen. Weitere Informationen finden Sie in englischer Sprache unter
http://www.e-alliance.ch/wto.jsp.

"Die Welt wartet auf gute Nachrichten", erklaerte
LWB-Generalsekretaer Noko. Insbesondere Wirtschaftsfluechtlinge lebten
in der Hoffnung, "dass gerechte Handelsbeziehungen Veraenderungen
bringen, die ihnen ein Leben in Wuerde ermoeglichen." (475 Woerter)

(Ein Beittrag von Julia Heyde, Jugendpraktikantin im LWB-Buero fuer
Kommunikationsdienste.)

LWB-Materialien zum Thema:

LWB-Leitsaetze fuer eine nachhaltige Entwicklung (in englischer
Sprache) unter
www.lutheranworld.org/what_we_do/dws/DWS-Principles.pdf;

LWB-Dokumentation 50/2004 (in englischer Sprache) "Communion,
Responsibility, Accountability, Responding as the Lutheran Communion To
Neoliberal Globalization" unter
www.lutheranworld.org/What_We_Do/Dts/DTS-Publications.pdf

* * *

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 138 Mitgliedskirchen, denen rund 66 Millionen ChristInnen in
77 Laendern weltweit angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht
eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK)
und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als
Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B.
oekumenische und interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere
Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst des
Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes Material
gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder
Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit "LWI"
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.

* * *

LWI online unter: www.lutheranworld.org/News/Welcome.DE.html

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