From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org
Togo: Hoffnung und Bereitschaft zur Ueberwindung der
From
"Frank Imhoff" <Frank.Imhoff@elca.org>
Date
Tue, 26 Jul 2005 10:11:49 -0500
Togo: Hoffnung und Bereitschaft zur Ueberwindung der politischen Krise
Interreligioese Delegation fordert aktive Beteiligung togolesischer
Religionsgemeinschaften am Versoehnungsprozess
Lome' (Togo)/Genf, 25. Juli 2005 (LWI) * Eine interreligioese Friedensdelegation hat die Religionsgemeinschaften Togos aufgefordert, ihre Kraefte zu
vereinen und einen "Heilungsprozess" einzuleiten, um die politische Krise
zu ueberwinden, die dieses Jahr neu ausgebrochen ist, deren Ursprung aber
weit in der Vergangenheit liegt.
"Wir haben den Eindruck, dass die Hoffnung und die Bereitschaft zu
Fortschritten, die wir waehrend unseres Besuchs gespuert haben, durch
Zusammenarbeit gestaerkt werden koennen", erklaerte der Leiter der
Delegation, der Generalsekretaer des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr.
Dr. Ishmael Noko, am 21. Juli auf einer Pressekonferenz in der togolesischen Hauptstadt Lom*.
Er stellte den Bericht einer Delegation von VertreterInnen der Interreligioesen Initiative fuer Frieden in Afrika (IFAPA) vor, die vom 17. bis 21.
Juli Togo besuchte. Die IFAPA-Initiative wurde 2002 auf Initiative von
LWB-Generalsekretaer Noko auf einem panafrikanischen Gipfel von ReligionsfuehrerInnen ins Leben gerufen.
Im Februar dieses Jahres hatten sich die politischen Spannungen in Togo
nach dem Tod seines langjaehrigen Praesidenten, Gnassingbe Eyadema, und
der verfassungswidrigen Ernennung seines Sohnes, Faure Gnassingbe, zu
seinem Nachfolger zugespitzt. Die Gewalt eskalierte, als Faure Gnassingbe
im April zum Sieger der Praesidentschaftswahlen erklaert wurde. Nach
Einschaetzung der Oppositionsparteien war es waehrend der Wahl jedoch zu
erheblichen Unregelmaessigkeiten gekommen. In der Folge flohen Tausende
TogoerInnen in die Nachbarlaender Ghana und Benin.
Der LWB-Generalsekretaer berichtete auf der Pressekonferenz in Lom*, die
verschiedenen Parteien zeigten seinem Eindruck nach heute die Bereitschaft, sich vorwaerts zu bewegen. "Ich habe zum ersten Mal von einem Vertreter
der togolesischen Regierung gehoert, dass es Probleme im Land gibt", sagte
er in Bezug auf eine Begegnung mit Premierminister Edem Kodjo.
"In der Vergangenheit wurde uns gesagt, es gebe keine Probleme. Dies ist
ein Schritt in Richtung auf einen Dialog auf nationaler Ebene." Noko
betonte, dass "in Afrika [*] die Kultur des politischen Abstreitens
bestehender Probleme gebrochen werden" muesse, und lobte Kodjo und andere,
"die anfangen, diesen Weg zu gehen".
Waehrend die IFAPA-Delegation ihren Bericht vorlegte, trafen Praesident
Gnassingbe und der im Exil lebende Oppositionspolitiker Gilchrist Olympio
in Rom (Italien) zusammen, wo sie vereinbarten, die Gewalt in ihrem Land
zu verurteilen und zu stoppen.
"Dieses Treffen zwischen Praesident Gnassingbe und Gilchrist Olympio in
Rom ist sehr begruessenswert" erklaerte Noko. "Es bestaetigt unsere
Einschaetzung der Lage, dass fuehrende togolesische PolitikerInnen, die
Zivilgesellschaft sowie die Religionsgemeinschaften bereit sind, gemeinsam
fuer ein friedliches Togo zu arbeiten."
Die Delegation berichtete, sie habe die Not togolesischer Fluechtlinge
jenseits der Landesgrenzen gesehen und Berichte von ReligionsfuehrerInnen
gehoert, denen zufolge die Menschenrechtsverletzungen weiterhin andauerten.
"Der Premierminister hat uns auf unseren Bericht hin versichert, dass die
Regierung bereit sei, den Fluechtlingen bei ihrer Rueckkehr Sicherheit und
Amnestie zu gewaehren und sie neu anzusiedeln", betonte Noko. "Er sagte
auch, die Regierung sei dem Schutz der Menschenrechte gemaess der
Afrikanischen Charta [der Rechte der Menschen und Voelker] verpflichtet."
Die VertreterInnen der IFAPA-Delegation erklaerten, Afrika brauche
"Transparenz, gute Regierungsfuehrung, Achtung der Menschenrechte,
Rechtsstaatlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der
Geschlechter" sowie politisch Verantwortliche, "die nicht gegenueber
Aussenstehenden, sondern gegenueber ihrem eigenen Volk in vollem Umfang
rechenschaftspflichtig sind."
Die von Noko geleitete interreligioese Delegation ermutigte die religioesen Gemeinschaften in ihrem Bericht, einen Heilungsprozess einzuleiten, der
zu Frieden und Gerechtigkeit fuehre, und betonte, dass Heilung eine
spirituelle Dimension habe.
"Die Menschen koennen nicht miteinander versoehnt werden, wenn nicht die
Wahrheit gesagt wird", erklaerte Noko. "Die Wahrheit muss gesagt werden.
Aber wir brauchen auch Versoehnung und Versoehnung setzt Vergebung voraus.
An dieser Stelle kommt den Religionsgemeinschaften eine wichtige Rolle
zu", betonte der LWB-Generalsekretaer. (582 Woerter)
(Ein Beitrag von Stephen Brown, Redakteur von Ecumenical News International/Oekumenische Nachrichten International, der die IFAPA-Delegation nach
Togo begleitet hat.)
* * *
LWI online unter: www.lutheranworld.org/News/Welcome.DE.html
LUTHERISCHE WELT-INFORMATION
Postfach 2100, CH-1211 Genf 2, Schweiz
Deutsche Redaktion: Dirk-Michael Groetzsch
Tel.: +41-22-791-6353
Fax: +41-22-791-6630
E-Mail: dmg@lutheranworld.org
Browse month . . .
Browse month (sort by Source) . . .
Advanced Search & Browse . . .
WFN Home