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Interview mit KEK-Praesident Jean-Arnold de Clermontt


From Christian B. Schäffler (APD Schweiz)
Date Sat, 9 Jul 2005 14:58:08 +0200

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8. Juli 2005
Adventistischer Pressedienst (APD)
Christian B. Schaeffler, Chefredakteur
Fax +41-61-261 61 18
APD@stanet.ch
http://www.stanet.ch/APD
CH-4003 Basel, Schweiz

"Wie kann eine derart wachsende Kirche ihre Einheit aufrecht erhalten?"
Praesident der KEK aeussert sich zur adventistischen Weltsynode

St. Louis, Missouri/USA,. (APD) "Ich freue mich =FCber die Gelegenheit,

in St. Louis direkt zu erfahren, wie die adventistische Kirche weltweit
taetig ist", aeusserte der reformierte Pfarrer aus Frankreich,
Jean-Arnold
de Clermont, in einem Gespraech mit dem wiedergewaehlten
stellvertretenden Direktor fuer Oeffentliche Angelegenheiten und
Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der
Adventisten, Pastor Dr. Jonathan Gallagher. Pfarrer de Clermont,
Praesident der Konferenz Europaeischer Kirchen (KEK) und des Bundes
der Protestantischen Kirchen in Frankreich (Federation Protestante de
France/FPF), nahm als Gast an der 58. Weltsynode der Siebenten-
Tags-Adventisten in St. Louis, Missouri/USA, teil.

Als erstes sei ihm das Gewicht der Mission in der Adventistenkirche
aufgefallen, was einen zwiespaeltigen Eindruck bei ihm hinterlasse.
Sehr schnell koenne dabei beispielsweise der Islam als Feind
empfunden werden. Andererseits habe er die Praesentation der
nordeuropaeischen und britischen Adventisten als sehr interessant
empfunden. "Ich sah Jugendliche, Menschen von der Strasse und
solche, die in Armut zurueckbleiben. Die Schritte zu diesen Menschen
waren nicht 'evangelikal', sondern eher 'evangelistisch', und Mission
war packende Wirklichkeit." Im saekularen Europa koenne allerdings
keine Kirche die Arbeit allein ausfuehren. Die Christen muessten
zusammenarbeiten und sich den Herausforderungen der saekularen
Welt gemeinsam stellen.

Auf die Frage, was die Adventisten besser machen koennten, antwortete
Pfarrer de Clermont, dass er die in St. Louis erlebte nordamerikanische
"Monokultur" als beunruhigend empfinde. Waehrend der Weltsynode
habe er bisher nur zwei spanischsprachige Redner und ein kurzes
Gebet auf Franzoesisch gehoert. "Alles uebrige lief in Englisch ab.
Wir muessen jedoch gegenueber anderen Kulturen sensibel sein und
das Evangelium im kulturellen Kontext verkuendigen." Ausserdem habe
er festgestellt, dass sich unter den Delegierten praktisch keine
Jugendlichen befaenden. Es gebe zwar die Gespraechsrunden "Let's talk"
(Lasst uns reden) des Generalkonferenz-Praesidenten. "Doch wir muessen
mehr fuer die Jugend tun, als nur mit ihr zu reden." Auch sei er ueber
die
Stellung der Frauen in der adventistischen Kirche verwundert. Sie
muessten viel besser vertreten sein. In der Konferenz Europaeischer
Kirchen (KEK) seien die Prozentsaetze fuer Jugendliche und Frauen
genau festgelegt. "Solch eine Satzung brauchen auch die Adventisten.
" Mit Interesse habe de Clermont die Wahl einer Frau zur
Vizepraesidentin
der Generalkonferenz verfolgt. "Persoenlich glaube ich, dass sich
wenigstens ein Drittel der Weltkirchenleitung aus Jugendlichen und
Frauen
zusammensetzen sollte."

Auf die Frage nach der Zukunft der adventistischen Kirche meinte Pfarrer
de
Clermont: "Wenn ich Adventist waee, waere ich darueber besorgt, wie eine

derart wachsende Kirche ihre Einheit aufrechterhalten kann, wie sie mit
den
staendig wechselnden Gegebenheiten zurechtkommt und mit der
zunehmenden Vielfaeltigkeit infolge der steigenden Mitgliederzahl." Es
stelle
sich die Frage, wie wir den Menschen, die zu uns kommen, ein
Zugehoerigkeitsgefuehl mit unserer Gemeinschaft vermitteln koennten.
Wichtig sei aber auch die Frage: "Wie komme ich mehr und mehr in Kontakt

zu anderen Kirchen, um mit ihnen zusammenzuarbeiten?" Wichtig sei dabei
der Wille zur Zusammenarbeit unter Aufrechterhaltung der Unterschiede
und
Eigenheiten. "Ich wuenschte mir, dass wir zusammen der saekularen
Gesellschaft entgegentreten koennen."

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