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Religionsfreiheit in Gefahr


From Christian B. Schäffler (APD Schweiz)
Date Sat, 9 Jul 2005 13:55:56 +0200

8. Juli 2005
Adventistischer Pressedienst (APD)
Christian B. Schaeffler, Chefredakteur
Fax +41-61-261 61 18
APD@stanet.ch
http://www.stanet.ch/APD
CH-4003 Basel, Schweiz

Religionsfreiheit in Gefahr

St. Louis, Missouri/USA. (APD) Die Siebenten-Tags-Adventisten sehen
die Religionsfreiheit in einer zunehmenden Anzahl von Laendern "unter
Beschuss". In der Stellungnahme "Religioeser Extremismus ? Eine
Gefahr fuer die Religionsfreiheit", die waehrend der Weltsynode der
evangelischen Freikirche in St. Louis, Missouri/USA, veroeffentlicht
wurde, heisst es: "Zwei gefaehrliche gegnerische Kraefte sind in der
modernen Welt am Werk." Zum einen gehe die Gefahr von "einer
Art anti-religiösen Saekularismus" aus, der die Religion aus dem
oeffentlichen und sozialen Leben verbannen wolle. Kritisiert wird dabei
die Erstellung von behoerdlichen "Sektenlisten" in verschiedenen
Laendern. Bei der anderen Gefahr handele es sich um "den
wachsenden religioesen Fundamentalismus und Extremismus" in vielen
Teilen der Welt, der nicht vor Gewalt, Mord und aus religioesem Hass
begangenen Verbrechen zurueckschrecke.

In der Stellungnahme wird jeder innerhalb und ausserhalb der Freikirche
aufgerufen, "sich klug und wirkungsvoll dafuer einzusetzen, dass
religioese
Intoleranz und Extremismus abnehmen?. Dabei spiele die Bildung eine
bedeutende Rolle, indem Respekt fuer die religioesen Rechte jeder Person

gelehrt werde. Die Wuerde aller Menschen verlange besonders von
Christen Respekt, da sie versuchten, Andersglaeubige mit ihrer
Glaubensueberzeugung bekanntzumachen. "Dabei sollte eine
Ausdrucksweise gebraucht werden, die ehrlich und offen, aber
nicht verletzend ist." Siebenten-Tags-Adventisten saehen sich der
"lohnenden Aufgabe" verpflichtet, sich auch weiterhin fuer die
Religionsfreiheit einzusetzen. Sie wollen ihren Mitmenschen durch
die Verkuendigung des Evangeliums dienen. "Zu diesem Bemuehen
gehoeren gegenseitige Achtung, Demut und Redlichkeit."

Nachstehend der volle Wortlaut der Stellungnahme

-----------
Religiöser Extremismus ? Eine Gefahr fuer die Religionsfreiheit

-----------
Seit ihrer Gruendung bekennen sich die Siebenten-Tags-Adventisten
zu ihrer christlichen Verantwortung und setzen sich aktiv fuer die
Foerderung und Verteidigung der Religionsfreiheit in der Ueberzeugung
ein, dass jedem Menschen ohne Verletzung der Rechte anderer das
Recht auf Gewissensfreiheit und das Recht, seinen Glauben zu bezeugen,
zusteht. Wie in der Vergangenheit werden Adventisten weiterhin mit
anderen Menschen und Organisationen mit dem Ziel zusammenarbeiten
und sich vernetzen, um die religioese Freiheit fuer jedermann zu
verteidigen,
insbesondere in Verbindung mit der 1893 gegruendeten Internationalen
Vereinigung fuer Religionsfreiheit.

Obwohl die Vereinten Nationen in ihren Erklaerungen und Konventionen
die Prinzipien der Religionsfreiheit klar zum Ausdruck bringen und
obwohl
viele Staaten diese Grundrechte in ihre Verfassungen und Gesetze
aufgenommen haben, steht diese Freiheit in einer zunehmenden
Anzahl von Laendern, insbesondere im Zusammenhang mit religioesen
und weltanschaulichen Minderheiten, oft unter Beschuss.

Zwei gefaehrliche gegnerische Kraefte sind in der modernen Welt am
Werk. Beide sind in der Lage, die Religionsfreiheit zu verletzen.

Die erste Gefahr geht von einer Art anti-religioesen Saekularismus aus,
der die Religion aus dem oeffentlichen und sozialen Leben verbannen
will.
Listen mit angeblich "gefaehrlichen" religioesen Gruppen, meist
Minderheiten und so genannte "Sekten", wurden in verschiedenen
Laendern veröffentlicht. Solch religioesen Gemeinschaften kann
beispielsweise der Zugang zu den oeffentlichen Medien verweigert
werden. Sie sind immer wieder Anfeindungen durch die Presse ausgesetzt.

Bei der zweiten Gefahr handelt es sich um den wachsenden religioesen
Fundamentalismus und Extremismus, der gegenwaertig in vielen Teilen
der Welt erwacht. In seiner schlimmsten Form aeussert sich dieser
religioese Extremismus durch Gewalt, die nicht nur die Religionsfreiheit

einschraenken, sondern alle Menschen eliminieren will, die andere
Glaubensüberzeugungen haben. Aus religioes begruendetem Hass
begangene Verbrechen und Diskriminierungen nehmen ebenfalls zu.
Diese extremistische Weltanschauung drueckt sich im Widerstand
gegen angeblich falsche Glaubensueberzeugungen und deren
Anhaenger aus, so dass die Grundprinzipien der Menschenrechte
mit Fuessen getreten werden. Solch eine Verhaltensweise verurteilen
mit Recht alle Menschen guten Willens.

Wir rufen jeden innerhalb und ausserhalb unserer Glaubensgemeinschaft
auf, sich klug und wirkungsvoll dafuer einzusetzen, dass religioese
Intoleranz und Extremismus abnehmen. Die Bildung sollte dabei in
zunehmender Weise eine bedeutungsvolle Rolle spielen, indem der
Respekt fuer die religioesen Rechte jeder Person gelehrt wird und so
dazu beitraegt, eine Kultur des Friedens und der religioesen Toleranz
zu errichten. Die Wuerde aller Menschen, die nach dem Bilde Gottes
geschaffen wurden, verlangt besonders von Christen Respekt, da sie
versuchen, Andersglaeubige mit ihrer Glaubensueberzeugung
bekanntzumachen. Dabei sollte eine Ausdrucksweise gebraucht
werden, die ehrlich und offen, aber nicht verletzend ist.

Siebenten-Tags-Adventisten bleiben ganz der lohnenden Aufgabe
verpflichtet, sich fuer die Religionsfreiheit einzusetzen. Sie wollen
ihren Mitmenschen durch die Verkuendigung des "ewigen Evangeliums"
dienen, eine Wahrheit, die wirkliche Freiheit schenken kann (siehe
Offenbarung 14,6; Johannes 8,32). Zu diesem Bemuehen geheören
gegenseitige Achtung, Demut und Redlichkeit.

Hinweis: Die Stellungnahme wurde von dem Verwaltungsausschuss
der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-
Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, verabschiedet und
waehrend der Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode)
der Freikirche in St. Louis, Missouri/USA, am 5. Juli 2005
veroeffentlicht.


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