From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org


Hoechstes Amt der Adventisten Pastoren vorbehalten


From Christian B. Schäffler (APD Schweiz)
Date Sat, 9 Jul 2005 13:28:17 +0200

8. Juli 2005
Adventistischer Pressedienst (APD)
Christian B. Schaeffler, Chefredakteur
Fax +41-61-261 61 18
APD@stanet.ch
http://www.stanet.ch/APD
CH-4003 Basel, Schweiz

Hoechstes Amt der Adventisten Pastoren vorbehalten

St. Louis, Missouri/USA. (APD) Die Delegierten der adventistischen
Weltsynode in St. Louis, Missouri/USA, haben mehrheitlich beschlossen,
dass der Praesident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) ein
"ordinierter, erfahrener Geistlicher" sein muss. Der von einem Delegierten
eingebrachte Antrag kam nur zwei Tage nach der Wahl der
Afro-Amerikanerin Dr. Ella Louise Smith Simmons (57) zur ersten
Vizepraesidentin der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten
zur Abstimmung. Praesident der Weltkirchenleitung blieb der norwegische
Pastor Dr. Jan Paulsen (70) nach Wiederwahl.

Frauen koennen nach ihrem Theologiestudium in der Freikirche zwar als
Pastorin "gesegnet" werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe,
Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden
nur maennliche Geistliche. Die Weltsynoden der Adventisten 1990 in
Indianapolis/USA und 1995 in Utrecht/Niederlande hatten die Ordination
von weiblichen Geistlichen mehrheitlich abgelehnt. Die Zulassung von
Frauen als ordinierte Pastorinnen ist ausserhalb von Nordamerika und
Westeuropa, wo nur etwa zehn Prozent der Mitglieder leben, aeusserst
unpopulaer, wie die Aussprache zu dem Antrag in St. Louis erneut
zeigte. Trotz der Einwaende, dass bei Zustimmung nicht nur Frauen,
sondern auch "erfahrene Nichttheologen" von dem hoechsten Kirchenamt
ausgeschlossen seien, votierte die Mehrheit der Delegierten fuer die
Einfuegung einer entsprechenden Regelung in die Satzung der
Generalkonferenz. Von den 14 Millionen Adventisten sind rund zwei
Drittel Frauen.

Die Paedagogin Dr. Simmons hatte zuvor in einer Pressekonferenz ihre
Wahl zur ersten Vizepraesidentin in der Geschichte der Freikirche als
"Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet. Mit dem neuen Amt sei in
keiner Weise die Frage der Ordination verbunden. Sie sehe ihre Aufgabe
nicht als Pastorin, sondern wolle ihre Erfahrung im Bildungsbereich in ihre
Arbeit einbringen. Die bisherige Prorektorin der adventistischen La Sierra
Universitaet in Riverside/Kalifornien sei sich bewusst, dass sie als einzige

Frau im Fuehrungsteam der Weltkirchenleitung eine besondere Stellung
habe, "auf die viele Frauen erwartungsvoll blicken". Ihr Lebensmotto laute
"bete und handele". Sie habe erlebt, "dass Gott viele Tueren geoeffnet hat,
aber wir muessen auch hindurchgehen und Verantwortung uebernehmen".
Sie dankte ihrem Mann Nord, einem pensionierten Lehrer, denn "er ist bei
uns der Haushaltsvorstand und gibt mir die Moeglichkeit, meinen Dienst
tun zu koennen".

Praesident Paulsen erklaerte bei der Vorstellung der neu gewaehlten
Vizepraesidentin Simmons: "Viele Frauen unserer Kirche sind durch ihre
theologische und berufliche Ausbildung hoechst qualifiziert; sie haben
jedoch nur beschraenkten Zugang zu Fuehrungspositionen, da viele
Stellen in der Kirchenleitung die Ordination voraussetzen."

"Wir muessen in der Lage sein, mit Hilfe einer praezisen
Stellenbeschreibung die geeignete Aufgabe an die Person zu vergeben,
deren Faehigkeiten, Erfahrung und Begabung den Anforderungen
entspricht," sagte Paulsen. "Mit Dr. Simmons haben wir eine solche Person
gefunden. Ich freue mich, dass wir in der Generalkonferenzleitung die
Unterstuetzung einer Frau haben werden."


Browse month . . . Browse month (sort by Source) . . . Advanced Search & Browse . . . WFN Home